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Von vipundhip - Geschrieben am 06.03.2007, 16:31

Cicero singt das Lied für Deutschland.

Der Swing-Musiker Roger Cicero singt für Deutschland beim Eurovision Song Contest. Der 36-Jährige lag beim deutschen Vorentscheid in der Zuschauergunst vor Rockpoet Heinz Rudolf Kunze, 50, und der Casting-Band Monrose. 

Mit seinem Song “Frauen regier’n die Welt”, wird Ciceror am 12. Mai in Helsinki antreten. 

Hat der deutsche Sinatra Cicero aber in Helsinki überhaupt eine Chance zu gewinnen? Waren Heinz Rudolf Kunze und Monrose wirklich schlechter?

Teilnehmer 2007
Bahar, Mandy und Senna von “Monrose”, Moderator Thomas Herrmanns, Heinz-Rudolf Kunze und Roger Cicero. Bild:dpa

Wer war Ihr Favorit für den Eurovision Song Contest 2007?

 Heinz Rudolf Kunze: Die Welt ist Pop

 Monrose: Even Heaven Cries

 Roger Cicero: Frauen regier’n die Welt

Stimmen Sie ab auf suedkurier.de: Zur Umfrage

Wichtige “Grand-Prix”-Termine:

Vorentscheid 2007
Sendung: 8. März, 2007
20.15 Uhr im Ersten
Ort: Deutsches Schauspielhaus in Hamburg

Eurovision Song Contest 2007
Halbfinale: 10. Mai 2007
Finale: 12. Mai 2007
Ort: “Hartwall Areena” in Helsinki, Finnland.

Von vipundhip - Geschrieben am 06.03.2007, 15:11

Nach dem Konter im Gespräch: Jael und Cedric von Lunik Bild:Hanser 

Musiker mit einem Anruf um zehn Uhr morgens aufzuwecken ist eigentlich ein Tabu. SÜDKURIER-Redakteur Michael Lünstroth hat es trotzdem gewagt und Jaël Rahel Krebs, Sängerin der Schweizer Popband Lunik fast aus den Federn geholt. Das Ergebnis ist bezaubernd: Jaël ist gut gelaunt und es entspinnt sich ein Gespräch über das Reisen, die Sehnsucht nach Heimat und warum es einfacher ist, traurige Lieder zu schreiben.

Jaël, die Songs eures aktuellen Albums “Preparing To Leave” handeln oft von Aufbruch, Verlassen, Verlassen-Werden und dem Unterwegs-Sein. Ist das eine Ode an die Rastlosigkeit?

Das sind einfach Themen, die uns in den letzten Monaten beschäftigt haben und irgendwie sind das ja auch Dinge über die sich jeder Gedanken macht.

Das Album macht den Eindruck, das ganze Leben sei eine Reise. Was bedeutet Reisen für dich?

Früher bin ich überhaupt nicht gerne gereist. Ich bin immer so ein Mensch gewesen, der gerne irgendwo ankommt und sich dann ein kleines Überbrückungszuhause schafft. Erst seit diesem Jahr habe ich die Liebe zum Reisen entdeckt. Den Spaß daran, an einem Tag hier zu sein am anderen schon wieder woanders. Das hat mir total den Ärmel reingenommen.

Den Ärmel reingenommen?

Kann man das auf Hochdeutsch nicht sagen? Das ist ein berndeutscher Ausdruck für etwas, das man neu entdeckt und dann ganz toll findet.

Bedeutet Reisen auch immer Veränderung?

Ich denke, alles im Leben bedeutet persönliche Veränderung. Ich kann am besten denken, wenn ich im Zug sitze, die Landschaft an mir vorbeifliegt und ich alles hinter mir lassen kann. Das ist übrigens eine gute Übung um loslassen zu lernen.

Kannst du gut loslassen?

Ich übe. (lacht) Das ist etwas, was ich nicht sehr gut kann, aber ich werde besser. Ich bin da schon ein Stück weiter: Früher brauchte ich dieses Überbrückungszuhause auf Reisen und jetzt kann ich einfach weiterziehen. Das ist doch schon mal ein Schritt.

Ist Erwachsenwerden auch so etwas wie eine Reise?

Ich finde schon. Das Leben ist an sich eine permanente Reise, weil du ständig mit allem was du tust unterwegs bist und alte Dinge hinter dir lässt. Deshalb bin ich auch auf das Bild (”Preparing To Leave”) bei der Namensgebung für unsere aktuelle Platte gekommen und habe mich damit sehr auseinander gesetzt.

In dem philosophischen Sinne des Reisens: Was war Dein bisher schönster Ausflug?

Ich glaube, schlussendlich ist die Reise mit dieser Band wichtig für mich. Als ich zu der Band kam, war ich 19 und heute bin ich 27. In der Zeit habe ich viel gelernt und da bin ich auch wahnsinnig oft an meine Grenzen gestoßen. Ich bin eigentlich nicht ein Mensch gewesen, der wahnsinnig gerne auf einer Bühne steht. Ich habe mich am Anfang immer eher hinter dem Mikrofon versteckt bei Auftritten. Ich bin auch ein Mensch, der es immer allen Recht machen wollte. Und nie Nein sagen konnte. Gerade in diesem Beruf muss man solche Dinge aber sehr, sehr schnell lernen, weil man sich abgrenzen muss. Bei all diesen Sachen merke ich, dass die Musik nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch eine Lebensschule für mich ist.

Wenn Lunik ein Reiseland wäre, wie sähe das aus?

Au weia. Spontanität ist auch nicht eine meiner Stärken (lacht). Ich glaube, es gäbe sehr viele Hügel, sehr viel Gewässer. Vielleicht zwischendurch auch mal ein Kampffeld. Und es gäbe viele Arbeitsfabriken. Wir sind alles richtige Arbeiter.

Du schreibst auch selber Songs: Schon mal vorgekommen, dass du Liedtexte als Liebesbriefe verwendet hast?

Nein, so direkt nicht. Aber es gibt Songs, die entstanden sind wegen gewisser Menschen. Die wissen das auch.

Euer aktuelles Album hat viele traurige Lieder: Ist es leichter traurige Texte zu schreiben?

Ja, für mich unbedingt. Ich bin aber noch nicht ganz dahinter gekommen weshalb. Aber ich merke, dass ich in der Stimmung des Traurigseins das Bedürfnis habe zu schreiben. Das kommt dann wie von alleine. Wenn ich glückliche Songs schreiben soll, dann muss ich mich schon sehr zwingen: Wenn’s mir einfach gut geht, dann gehe ich lieber raus und habe Spaß und mache was weiß ich was. In solchen Stimmungen ist schon viel entstanden, was die Welt Gott sei Dank nie erblickt hat, weil es so schlecht war. In der Trauer bin ich mir irgendwie näher.

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